Windräder im Ebersberger Forst

Der mögliche Standort der geplanten Windräder im Ebersberger Forst hat im Herbst die Diskussionen im Ort angeführt.

Hergang:

Der Umweltausschuss des Kreistages hat Ende Mai beschlossen, dass auf der Westseite des Ebersberger Winderraeder im Ebersberger Forst- KarteForstes, also im gemeindefreien Gebiet, ein Windpark, projektiert von der Firma Green City Energy (GCE) aufgestellt werden soll.
Aufgrund einer Selbstverpflichtung der Staatsforstverwaltung werden Flächen für solche Maßnahmen nur von ihnen verpachtet, wenn die unmittelbar angrenzenden Gemeinden ihre Zustimmung erteilen.

In der außerordentlichen Bürgerversammlung zum Thema „Windräder im Ebersberger Forst“ am 19. Juli 2011 in Pöring wurde mit großer Mehrheit beschlossen, den Gemeinderat zu einer Exploration (= Vorantreiben) des Vorhabens aufzufordern. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Diskussion noch über einen Abstand von ca. 1.000 m und der Zahl von 6 Windrädern geführt.

Im Juli fasste der Energiearbeitskreis 2030 einen Beschluss dazu: „Dem Gemeinderat wird empfohlen, dem Projekt Windkraftanlage im Ebersberger Forst unmittelbar nach der Informationsveranstaltung des Landkreises zuzustimmen.“

Gleichzeitig wurde aber auch mehrfach aus der Bevölkerung der Wunsch geäußert, einen größeren Abstand zur Wohnbebauung einzuhalten.
In zahlreichen Schreiben, die an den Gemeinderat weitergeleitet wurden, offenbarten sich Bedenken der Bürger dahingehend, ob der angestrebte Mindestabstand von 1.000 m den Belangen der Zornedinger Bürger hinreichend Rechnung trägt. In Reaktion hierauf legte die Verwaltung zur Julisitzung des Gemeinderates einen Beschlussvorschlag vor, der u. a. eine Positionierung der Windräder 500 m weiter östlich als bisher geplant vorsah. Die Beschlussfassung durch den Gemeinderat wurde in dieser Sitzung jedoch vertagt, um Erkenntnisse aus einer anberaumten Exkursion des Landratsamtes zu einem Windpark, sowie eine Informationsveranstaltung des Landkreises, in die Beschlusserfassung mit einbeziehen zu können.

Diese Veranstaltungen fanden am 22. und 24. Oktober statt.

Warum ein Beschlussvorschlag der drei Bürgermeister:

Im Anschluss daran haben die drei Bürgermeister der Gemeinden Anzing, Vaterstetten und Zorneding im Benehmen mit dem Landratsamt, der Staatsforstverwaltung und dem Errichter des Windparks einen neuen gemeinsamen Beschlussvorschlag erarbeitet, der eine Situierung der Windräder tiefer im Forst vorsieht, sodass der Mindestabstand zur Wohnbebauung in allen drei Gemeinden ca. 1.500 m beträgt.

Dies hat auch zur Konsequenz, dass das nördlichste der sechs geplanten Windräder entfallen soll, da nur auf diese Weise der genannte Abstand zu Anzing/Obelfing eingehalten werden kann. Der Mindestabstand (und die Anzahl der Windräder) wurden auch im Hinblick auf die besondere Situation des Ortsteils Purfing der Gemeinde Vaterstetten gewählt. Die Gemeinde Vaterstetten hat im März des Jahres ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben, das Konzentrationsflächen für Windräder im Gemeindegebiet aufzeigen soll. Das Gutachten ergab u. a., dass im Waldgebiet im Westen Purfings eine Vielzahl von Windrädern aufgestellt werden könnten. Zusammen mit dem Beschluss der drei Gemeinden über die Windräder im Ebersberger Forst, ergäbe dies eine landkreisweit herausragende Konzentration von Windrädern, um einen einzelnen Ort herum.

Weiterhin wurde aus der Bevölkerung mehrfach der Wunsch geäußert, eine „unabhängige“ Windmessung durch die Kommunen/ Landratsamt selbst durchzuführen, um belastbare Angaben über die Rentabilität von Windkraftprojekten in unserer Region zu erhalten.
Diese Daten können ggf. für andere Windkraftprojekte zur Verfügung gestellt werden.
Die von GCE erhobenen Daten verbleiben aus rechtlichen Gründen bei der Firma und werden nur bedingt weitergegeben.

Auch solle der Aufstellungsort und -höhe des Messmastes den späteren tatsächlichen Entfernungen und Höhen entsprechen.

Aus Gerechtigkeitsgründen sollte der ökologische Ertrag (CO²-Ersparnis) der Windräder den betroffenen
Kommunen auf ihre jeweilige Ökobilanz angerechnet werden.

Antrag der SPD und Grünen/Unabhängigen - Abstimmung im Gemeinderat:

In der Gemeinderatssitzung im November hat der Gemeinderat über die Ansiedlung der Windräder im Ebersberger Forst abgestimmt.

Vor dieser Sitzung haben die Fraktionen der SPD und der Grünen/ Unabhängigen einen Antrag gestellt, dass, wie ursprünglich von GCE geplant, der Gemeinderat über eine Anzahl von maximal 6 Windrädern und einem Mindestabstand von 1.000 m zur Wohnbebauung abstimmen soll.
Die übrigen Punkte: Aufstellungsort des Messmastes, Winddatenerhebung und Co²-Ersparnis blieben gleich dem Beschlussvorschlag der drei Bürgermeister.

Die Gemeindeordnung schreibt vor, dass über den weitergehenden Antrag zuerst abgestimmt werden muss. In diesem Fall war es der Antrag mit den geringeren Abständen und der höheren Zahl der Windräder. Der Gemeinderat hat mit 11 : 8 Stimmen dem Antrag der SPD und der Grünen/ Unabhängigen zugestimmt. Über den gemeinsamen Beschlussvorschlag der drei Bürgermeister brauchte deshalb nicht mehr abgestimmt zu werden.

Wie geht es weiter:

Der Gemeinderat Anzing hat inzwischen einstimmig dem gemeinsamen Beschlussvorschlag mit 5 Windrädern und 1.500 m Abstand zur Wohnbebauung zugestimmt. Die Gemeinde Vaterstetten wird voraussichtlich im Januar darüber abstimmen. Bei drei grundsätzlich zustimmenden Beschlüssen, aber unterschiedlicher Anzahl der Windräder und der Abstände, wird vom Landratsamt, als zuständige Genehmigungsbehörde, die Situierung der Windräder im Benehmen mit den Gemeinden festgelegt.

Unter dem „Dach“ des Landkreises sind alle Landkreisgemeinden derzeit in intensivem Kontakt, um gemeinsam so schnell wie möglich Konzentrationsflächen für die Windkraftnutzung im Landkreis auszuweisen.
Dies soll landkreisweit und gemeindeübergreifend geschehen, um Einzelprojekte in den Gemeindegebieten und eine gemeindliche „Alleinlösung“ mit Ausweisung von Konzentrationsflächen bzw. Errichtung von Windrädern an den Grenzen zur jeweiligen Nachbargemeinde zu vermeiden.

 

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